EDBB Betriebsmodus APP

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Da dies Pisten der Flughäfen Berlin-Brandenburg (EDDB) und Leipzig/Halle (EDDP) weit genug entfernt sind, kann von seiten des APP-Controllers in den beiden Betriebsmodi staggered und independent parallel betrieben werden. Die Wahl des Betriebsmodus hat Auswirkungen auf Director-Prozeduren und die Staffelungsminima im Final. Alle an der Staffelung der Flieger beteiligten Lotsen müssen zu jedem Zeitpunkt wissen, welcher Betriebsmodus aktuell benutzt wird. Eine Änderung des Modus ist vom Feeder einzuleiten und anzukündigen.

Der BER hat in der Realität als Ausnahme von ICAO-Richtlinien die Erlaubnis, parallel independent approaches (IPA) mit nur einem Feeder durchzuführen. Sobald ein zweiter Feeder hinzukommt, sind IPA zwingend notwendig. Diese Ausnahme gilt auch für Leipzig, da Leipzig, zumindest auf Vatsim, nur über einen Director verfügt.

Staggered Approaches

Bei staggered Approaches wird grundsätzlich so gearbeitet wie beim feeden auf eine Piste, beide Bahnen werden als ein einziges Pistensystem behandelt. Flieger, die auf parallele Pisten anfliegen, müssen immer mindestens 3nm Abstand (oder 1000ft vertikale Separation) zueinander haben. Zwischen Flugzeugen, die auf benachbarte Landebahnen anfliegen, muss keine Wirbelschleppenstaffelung angewendet werden. Für zwei auf dieselbe Piste anfliegende Maschinen ist selbstverständlich Wirbelschleppenstaffelung anzuwenden.

Es ist im Modus staggered grundsätzlich möglich, Flieger auch tiefer intercepten zu lassen - short approaches sind möglich, solange dabei die minimum radar vectoring altitude (MRVA) nicht unterschritten wird.

Generell hat der Approach (oder Feeder, wenn online) die Möglichkeit, Flieger flexibel auf eine der beiden Bahnen zu lotsen. Die zu erwartende Piste ist rechtzeitig anzusagen- idealerweise beim Initial Call des Directors. Die Regel der Pistenzuweisungen für EDDB und EDDP sollten nach Möglichkeit beachtet werden.

RNP- und Sichtanflüge, sowie VOR-Anflüge auf die Südbahn sind im Modus staggered ohne weiteres möglich, solange die Anforderungen an den jeweiligen Approach eingehalten werden können (z.B. ausreichende Sichtweite für Visual Approach).

Sollte ein zweiter Feeder online kommen, muss zu parallel independent gewechselt werden. Über die Modusänderung muss der TWR informiert werden.

Independent Parallel Approaches (IPA)

Beim Modus parallel independent können beide Pisten simultan für Anflüge genutzt werden. Wenn untenstehende Prozeduren befolgt werden, ist es möglich Flieger auf benachbarten Pisten zeitgleich landen zu lassen. Die Radarstaffelung wird dabei unterschritten, auch Wirbelschleppenstaffelung muss für die benachbarten Pisten nicht eingehalten werden. Für Flieger, die hintereinander auf dieselbe Piste anfliegen, sind weiterhin Pisten- und Wirbelschleppenstaffelung einzuhalten. Eine Tabelle über Wirbelschleppenminima findet sich im Tower-Wiki.

In Berlin, sowie in Leipzig ist es erlaubt, diesen Modus mit nur einem Feeder durchzuführen.

Ein paar Grundregeln und Bedingungen müssen erfüllt sein, um IPA-Prozeduren durchzuführen:

  • Die Radarstaffelung zwischen den Fliegern, die parallele Pisten anfliegen, muss so lange aufrecht erhalten werden, bis beide auf dem Localizer established sind. Dies wird meist durch vertikale Separation erreicht
  • Flieger müssen auf der Höhe ausgelevelt sein, auf der sie den LOC einfangen, bevor sie auf das ILS gedreht werden
  • Flieger müssen nach dem Final turn noch mindestens 1nm straight and level fliegen, bevor sie den Localizer einfangen
  • Flieger müssen weiterhin noch mindestens 2nm straight and level dem Localizer folgen, bevor sie den Gleitpfad einfangen und den Sinkflug beginnen.
  • Der Final Turn darf maximal 30 Grad von der Richtung des Endanflugs abweichen.
  • Es muss sichergestellt sein, dass die Radarstaffelung zwischen beiden Fliegern auch noch eingehalten wird, wenn eine der anfliegenden Maschinen durch den LOC hindurchfliegt.

Beim parallelen Anflug ist darauf zu achten, dass Flieger nicht die No Transgression Zone (NTZ) schneiden. Die NTZ ist ein gedachter Korridor von 610m Breite, der genau in der Mitte zwischen den beiden Pisten zentriert von der Pistenschwelle bis zum Final Approach Point (FAP) verläuft. Dieser Korridor darf zu keinem Zeitpunkt von einem der anfliegenden Maschinen geschnitten werden. Sollte eine anfliegende Maschine die NTZ schneiden (was einer seitlichen Abweichung vom Localizer um mehr als 645m entspricht), muss der jeweils andere Flieger aus dem Anflug herausgedreht werden. Die Phraseologie für diesen Fall lautet:

Turn left/right(number) degrees/heading(three figures) immediately to avoid traffic *deviating from adjacent approach*, climb(level).

Die Beobachtung der NTZ ist hauptsächlich die Aufgabe des Towers. Sollte ein Einfliegen in die NTZ jedoch bereits unter der Kontrolle bzw. im Luftraum des Directors entstehen, ist dieser für das Beheben der gefährlichen Situation verantwortlich.

Beim Betrieb mit zwei Feedern muss bereits der Arrival-Lotse entscheiden, welcher Flieger auf welche Piste geht, da die Flieger entsprechend ihrer zu erwartenden Piste entweder zum nördlichen oder zum südlichen Director geschickt werden müssen. Die Information an den Piloten, welche Piste zu erwarten ist, kann jedoch nach wie vor vom Feeder kommen- es sei denn, es wurde zuvor anders koordiniert. Sollte ein Kreuzen des Finals notwendig werden (z.B. ein A380 auf die Südbahn oder eine Ryanair auf die Nordbahn, siehe Ausführungen zum Betriebsmodus staggered), müssen beide Feeder dies miteinander koordinieren. Am einfachsten ist es, die kreuzende Maschine per Vektor oder Direct auf der Übergabehöhe des Arrivals an den Feeder (Transition Level) über das Final beider Pisten zu ziehen und auf der gegenüberliegenden Seite neu einzusortieren.

Die Übergabe an den Tower erfolgt beim Einfangen des Glideslopes bzw. bei einem 14nm final in berlin, sofern die Flugzeuge auf dem LOC established sind.

Es gilt außerdem zu beachten, dass bei kompletter Auslastung beider Finals keine Flieger mehr starten können. Braucht der Tower größere Lücken, um Departures rauszuschicken, muss das mit dem Feeder bzw. den Feedern koordiniert werden.