Aufgabenbereich Tower

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Version vom 15. Februar 2022, 17:49 Uhr von 1044887 (Diskussion | Beiträge) (→‎VFR Ausflug)

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Allgemein

Der Tower ist im allgemeinen für alle Bewegungen auf den Pisten sowie innerhalb der Kontrollzone (CTR) verantwortlich. Zudem legt er die Betriebsrichtung am Platz fest und ist in der Regel für das ATIS des Platzes zuständig. Abweichende bzw. zusätzliche Aufgaben werden in der jeweiligen Flughafen SOP beschrieben.

Neben der sicheren Abwicklung des Flugverkehrs ist es bei hohem Verkehrsaufkommen, wie es aktuell auf dem Netzwerk oft vorkommt, besonders wichtig auch effizient zu arbeiten!

Betriebsrichtung

Der Tower legt fest, welche Piste an einem Flughafen genutzt werden. Dies richtig sich primär nach dem vorherschenden Wind (Richtung und Stärke), der anhand von METAR und TAF bestimmt werden kann. Sind lokale Besonderheiten zu beachten (z.B. maximale Rückenwindkomponenten für eine Piste), ist dies in der jeweiligen Flughafen SOP zu finden.

Flugzeuge starten und landen bevorzugt gegen den Wind. Die Bezeichnugn der Piste gibt an, in welche Richtung diese entsprechend der Kompassrose zeigt. Die Piste 08L in München zeigt somit etwa nach 080° in Richtung Osten. Die Gegenrichtung Piste 26R ist entsprechend um 180° gedreht und zeigt nach 260°, was etwa in Richtung Westen ist. Die Windrichtung im METAR gibt an, aus welcher Richtung der Wind kommt. Kommt der Wind nun z.B. aus 260° (West), wird Piste 26R genutzt um mit Gegenwind starten und landen zu können. Kommt der Wind nicht direkt aus der Richtung in die eine Piste zeigt, nutzt man diejenige, wo die Gegenwindkomponente am größten ist.

Die aktiven Pisten werden anschließend über das ATIS veröffentlicht.

Kreuzende Pisten

Bei kreuzenden Pisten (z.B. in Köln und Hamburg) gilt, dass nur eine Freigabe erteilt werden darf, bis der Verkehr mit der Freigabe frei von der anderen Piste ist. Hat z.B. der landende Verkehr die Landefreigabe erhalten, darf auf der kreuzenden Piste erst dann die Startfreigabe erteilt werden, sobald der Inbound diese Piste überquert hat.

IFR Verkehr

IFR Verkehr muss immer zu anderem IFR Verkehr gestaffelt werden. Somit ist auch der Tower dafür verantwortlich, dass die Staffelung zwischen zwei IFR Flugzeugen gewährleistet ist. Falls notwendig und die Bedingungen erfüllt sind, kann die reduzierte Pistenstaffelung angewendet werden.

Abflüge

Abfliegender Verkehr wird auf Vatsim in den meisten Fällen bereits am bzw. auf dem Weg zum Holdingpoint von Ground/Apron an den Tower übergeben. Muss auf dem Weg zur Piste eine weitere Bahn gekreuzt werden, kann die Übergabe auch früher erfolgen.

Wenn sich der Pilot beim Tower meldet und kein anderer Flieger den Abflug verzögert, kann direkt die Startfreigabe erteilt werden. Bei den meisten Flughafen meldet sich der Pilot selbstständig beim Radarlotsen, sodass nach dem Start keine weitere Kommunikation erfolgt. An einigen Flughafen jedoch (z.B. München und Frankfurt), ist ein seperates Handoff notwendig, sobald der Flieger in der Luft ist.

Station Phraseologie
Pilot München Tower good day, DLH5KC, (ready for departure).
ATC DLH5KC, München Tower servus, wind 260 degrees, 6 knots, runway 26L cleared for take-off.
Pilot Runway 26L cleared for take-off, DLH5KC.
ATC DLH5KC, contact München Radar on 123.900, good bye.
Pilot Contact München Radar on 123.900, DLH5KC, bye.

Ist der Abflugpunkt frei, aber die Startfreigabe kann noch nicht gegeben werden, da z.B. noch mehr Abstand zum vorraus fliegenden Flugzeug benötigt wird, kann dem Piloten dennoch schon angewiesen werden auf die Piste zu rollen (der sogenannte lineup). Dies spart später wertvolle Sekunden. Sind alle Bedingungen für den Start erfüllt, kann die Freigabe wie oben beschrieben erteilt werden.

ATC DLH5KC, München Tower servus, lineup runway 26L.

Um einen Abflug zwischen zwei Anflügen von der gleichen Piste starten zu lassen (inkl. lineup), wird eine Lücke zwischen den beiden Anflüge von 5 bis 6 NM benötigt.

Um diese Lücken und die Frequenz bestmöglich zu nutzen, können konditionelle Lineup Freigaben angewendet werden.

Staffelung der Abflüge

Abflugsequenz von 3 NM, wobei das nachfolgende Luftfahrzeug seine Startfreigabe mit überfliege des Pistenendes des vorrausfliegenden Flugzeuges erhalten hat.

Zwischen zwei Abflügen wird auf Vatsim normalerweise die Radarstaffelung und die Wirbelschleppenstaffelung angewendet. Dies bedeutet, dass zwischen zwei Abflügen mindestens 3 NM sein müssen, sobald der zweite Flieger in der Luft ist (siehe Abbildung). Für unterschiedliche Wirbelschleppenkategorien gelten die entsprechenden Staffelungswerte.

Da für den Startlauf etwas Zeit benötigt wird, kann die Startfreigabe bereits gegeben werden, bevor zwischen beiden Flugzeugen 3 NM vorliegen. Als Faustformel kann dabei das Ende der Piste genutzt werden. Sobald der erste Flieger dieses überfliegt und der zweite etwa das gleiche Leistungsprofil hat, kann die Startfreigabe gegeben werden. Werden mehr Meilen benötigt, muss man entsprechend warten bis der erste Flieger die zusätzlichen Meilen vom Ende der Piste entfernt ist. Bei Flughäfen mit vergleichsweise kurzen Pisten (z.B. Bremen), muss jedoch noch etwas länger gewartet werden.

Zwischen zwei gleichen Abflugrouten sollten mindestens 5 NM Seperation bestehen. Für eine effiziente Abflugsequenz bietet es sich entsprechend an (sofern möglich), Outbounds über unterschiedliche Abflugrouten nacheinander starten zu lassen und dafür auch unterschiedliche Intersections zu nutzen.

Anflüge

Anflüge werden vom Radarlotsen auf dem Endanflug separiert an den Tower übergeben. Der am meisten genutzte Anflug auf deutschen Flughäfen ist der ILS Anflug. Die Landefreigabe kann erteilt werden, sobald kein anderer eine Freigabe für die gleiche Piste hat und die Pistenstaffelung gewährleistet ist.

Station Phraseologie
Pilot München Tower good day, TUI4KL ILS runway 26L.
ATC TUI4KL servus, wind 260 degrees, 6 knots, runway 26L cleared to land.
Pilot Cleared to land runway 26L, TUI4KL.

Sollte sich noch ein Abflug oder ein weiterer Anflug vor dem Inbound befinden, kann ihm dies mitgeteilt werden.

ATC TUI4KL servus, windcheck 260 degrees, 6 knots, number two.
ATC TUI4KL servus, one departure ahead.

Es ist immer ratsam die Landefreigabe möglichst früh zu erteilen. Es sollte jedoch beachtet werden, dass eine sehr frühe Landefreigabe ggf. zurück genommen werden muss, wenn dann z.B. doch ein Abflug vorher stattfinden soll. Ansonsten kann es unter Umständen zu langen Wartezeiten für Outbounds kommen.

Ebenfalls sollte die Landefreigabe nicht zu spät erteilt werden, da der Pilot zu diesem Zeitpunkt möglicherweise schon aufgrund der fehlenden Freigabe durchstartet und den Fehlanflug einleitet. Der Pilot kann darüber informiert werden, wenn er eine späte Landefreigabe erwarten kann.

Pilot TUI4KL going around.
ATC TUI4KL roger.
ATC TUI4Kl contact München Radar on 123.900.

Wird die notwendige Seperation unterschritten und ist auch keine reduzierte Pistenstaffelung anwendbar, muss vom Lotsen ein Fehlanflug angewiesen werden.

VFR Verkehr

Kontrollzone Stuttgart mit Pflichtmeldepunkten - openflightmaps.org
Bestandteile einer Platzrunde

Verkehr nach Sichtflugregeln (VFR) navigiert primär nach Sicht und orientiert sich dabei z.B. an Straßen, Flüssen und Landmarken. Dafür gibt es bestimmte Sichtflugkarten, welche die Piloten und Lotsen eines Flughafens kennen müssen. Auf diesen sind unter anderem die Pflichtmeldepunkte dargestellt, welche zum Ein- und Ausflug aus der Kontrollzone dienen (siehe Abbildung). Des weiteren werden tlw. bestimmte Strecken und Warteschleifen vorgegeben, am die sich ein Pilot halten muss.

VFR Verkehr wird nicht zu anderem Verkehr gestaffelt, sodass dieser selbst für den notwendigen Abstand verantwortlich ist. Um dies zu ermöglichen, muss mit Verkehrsinformationen gearbeitet werden.

Der Funkverkehr bei VFR kann sowohl in deutsch, als auch in englisch stattfinden. Detaillierte Sprechfunkverfahren für den VFR Verkehr sind bei Bedarf in der AIP unter GEN 3.4 Fernmeldedienst zu finden.

Je nach Verkehrsaufkommen ist es notwendig, dass der VFR verzögert werden muss um ihn zwischen die meist schnelleren IFR Inbounds einzusortieren. Dafür können verschiedene Verzögerungstaktiken angewendet werden.

VFR Platzrunden

Die Bestandteile einer Platzrunde bilden oft einen wichtigen Teil eines VFR Fluges. Neben An- und Abflügen wird diese von Piloten auch genutzt um die wichtigen Phasen eines Fluges in Platznähe zu üben.

Der Pilot meldet sich beim zuständigen Lotsen (Delivery oder Ground - je nach Flughafen) und meldet diesem seine Absichten.

Platzrunde / Traffic Pattern
Deutsch
Englisch
Sylt Turm, Moin, DEMAM DEMAM, Moin , Sylt Turm
DEMAM, Moin , Sylt Turm DEMAM, Moin , Sylt Turm
DEMAM, C172, Apron 2, eine Person mit Information Golf an Bord, für VFR Platzrunden, erbitte Rollen. DEMAM, C172, Apron 2, one person with information Golf, for VFR traffic pattern, request taxi.
DAM rollen Sie zum Rollhalt Piste 32, über A und B, überqueren Sie Piste 06, QNH 1018. DAM taxi to holding point runway 32, via A and B, cross runway 06, QNH 1018.
Rolle zum Rollhalt Piste 32 über A und B, überquere Piste 06, QNH 1018, DAM. Taxi to holding point runway 32 via A and B, crossing runway 06, QNH 1018, DAM.
DAM Rollhalt Piste 32, abflugbereit. DAM holding point rwy 32, ready for depature.
DAM fliegen Sie in den rechten Gegenanflug Piste 32, Wind 310 Grad 10 Knoten Piste 32, Start frei. DAM join right downwind runway 32, wind 310 degrees 10 knots rwy 32, cleared for take off.
Anmerkung: Standard ist immer die linke Platzrunde. Soll der Pilot in die rechte Platzrunde bzw. in einen Abschnitt dort einfliegen, muss dies immer expliziet dazu gesagt werden. Das gleiche gilt für Rechtskurven, die immer genehmigt werden müssen. Ansonsten muss der Pilot eine 270° Linkskurve fliegen.
Fliege in den rechten Gegenanflug Piste 32, Piste 32 Start frei, DAM. Joining right downwind runway 32, runway 32 cleared for take off, DAM.
Rechter Gegenanflug Piste 32, zur Landung, DAM. Right Downwind rwy 32, for landing, DAM.
Anmerkung: Wenn der Pilot seine Absichten nicht von sich aus nennt, sollte der Lotse den Piloten fragen. Hier kann es die verschiedensten Möglichkeiten geben, was ein Pilot machen möchte.
DAM, Wind 310 Grad 10 Knoten Piste 32 Landung frei. DAM, wind 310 degrees 10 knots runway 32 cleared to land.
Piste 32 Landung frei, DAM. Runway 32 cleared to land, DAM.
DAM rollen Sie zum Apron 2 über D I. DAM taxi to Apron 2 via D I.
Rolle zum Apron 2 über D I, DAM. Taxi to Apron 2 via D I, DAM.

VFR Ausflug

Ausflug / Depature
Deutsch
Englisch
Sylt Turm, Moin, DEMAM. Sylt Tower, Moin, DEMAM.
DEMAM, Moin , Sylt Turm. DEMAM, Moin , Sylt Tower.
DEMAM, C172, Apron 2, zwo Personen an Bord, Information Hotel, VFR über Echo erbitte Rollen. DEMAM, C172, Apron 2, two persons, information Hotel, VFR via Echo request taxi.
DAM rollen Sie zum Rollhalt Piste 14 über I D, QNH 1019. DAM taxi to holding point runway 14 via I D, QNH 1019.
Rolle zum Rollhalt Piste 14 über I D, QNH 1019, DAM. Taxi to holding point runway 14 via I D, QNH 1019, DAM.
DAM Rollhalt Piste 14, abflugbereit. DAM holding point runway 14, ready for depature.
DAM verlassen Sie die Kontrollzone über die Echo Route, Wind 180 Grad 2 Knoten Piste 14, Start frei. DAM leave CTR via Echo Route, Wind 180 degrees 2 knots runway 14, cleared for take off.
Verlasse die Kontrollzone über die Echo Route, Piste 14 Start frei, DAM. Leave CTR via Echo Route, rwy 14, cleared for take off, DAM.
Echo 2, 2000 Fuß, DAM. Echo 2, 2000 feet, DAM.
DAM, verstanden. DAM, roger.
Echo 1, 2000 Fuß, DAM. Echo 1, 2000 feet, DAM.
DAM, verstanden, verlassen der Frequenz genehmigt, schönen Flug. DAM, roger, approved to leave frequency, have a nice flight.
Verlassen der Frequenz genehmigt, vielen Dank. Approved to leave frequency, thank you DAM.

VFR Einflug

Für den Einflug in die Kontrollzone muss sich der Pilot mindestens 5 Minuten vor erreichen des Pflichtmeldepunktes beim Tower melden.

Einflug / Arrival
Deutsch
Englisch
Sylt Turm, Moin DEMAM. Sylt Tower, Moin DEMAM.
DEMAM, Moin Sylt Turm. DEMAM, Moin Sylt Tower.
DEMAM, Cessna 172, VFR von Helgoland, 10 Minuten südlich von Sierra 1, 1800 Fuß zur Landung. DEMAM, Cessna 172, VFR from Helgoland, 10 minutes south of Sierra 1, 1800 feet, for landing.
DEMAM, fliegen Sie in die Kontrollzone über die Sierra Route, aktive Piste 32, QNH 1025. DEMAM, enter CTR via Sierra Route, active runway 32, QNH 1025.
Fliege in die Kontrollzone über die Sierra Route, aktive Piste 32, QNH 1025, DEMAM. Entering CTR via Sierra Route, active runway 32, QNH 1025, DEMAM.
DEMAM, Sierra 1, 1800 Fuß. DEMAM, Sierra 1, 1800 feet.
DEMAM, verstanden. DEMAM, roger.
DEMAM, Sierra 2, 1800 Fuß. DEMAM Sierra 2, 1800 feet.
Anmerkung: Wohin der Pilot als nächstes fliegt, ist von seinen Absichten und der aktuellen Verkehrsssituation abhängig. Bei geringen Verkehrsaufkommen kann dieser z.B. direkt in den Endanflug fliegen, wohingegen es für Verzögerungstaktiken hilfreich ist, wenn der Pilot sich im Gegenanflug befindet.
DEMAM, verstanden, fliegen Sie in den Gegenanflug Piste 32. DEMAM, roger, join downwind runway 32.
Fliege in den Gegenanflug Piste 32, DEMAM. Joining downwind runway 32, DEMAM.
DEMAM, Wind 340 Grad 11 Knoten, Piste 32, Landung frei. DEMAM, wind 340 Degrees 11 knots, runway 32, cleared to land.
Piste 32, Landung frei, DEMAM. Runway 32, cleared to land, DEMAM.

Sonder-VFR und Nacht-VFR

Neben den oben genannten, normalen VFR Verfahren gibt es auch zwei Sonderverfahren. Dabei handelt es sich um Nacht-VFR (NVFR) und Sonder-VFR (SVFR).