Parallelbahnsystem EDLL

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Einleitung

Die beiden Pisten des Flughafens Düsseldorf sind mit einem Abstand von nur 450m nicht weit genug auseinander, sodass dort nicht dauerhaft ein unabhängiger Parallelbahnbetrieb möglich ist. Um einen unabhängigen Parallelbahnbetrieb dauerhaft durchführen zu können, müssten hier mindestens 1500m dazwischen liegen.

In diesem Eintrag erhaltet Ihr als Tower anhand von Beispielen und genauen Beschreibungen einige Möglichkeiten, High-Traffic Situationen auch bei abhängigem Parallelbahn- bzw. eingeschränktem unabhängigen Parallelbahnbetrieb zu bewältigen. Ausschlaggebend für die Nutzung ist immer die aktuelle Wetterbedingung.

Es gilt jedoch immer: safety first!


Wetterbedingungen

VMC (Visual Meteorological Conditions)

VMC bedeutet Sichtflug-Wetterbedingungen, welche für den Luftraum D (CTR), also die Kontrollzone des Flughafens Düsseldorf, in der Luftverkehrsordnung mit folgenden Minimas festgelegt sind:

  • Bodensicht: 5km
  • Hauptwolkenuntergrenze: mind. 1500ft über Grund

Die Sichtflug-Wetterbedingungen sind für die anderen Luftraumklassen unterschiedlich definiert.


IMC (Instrument Meteorological Conditions)

IMC sind Flugwetterbedingungen, die das Fliegen nach Instrumentenflugregeln (IFR) erforderlich machen. Diese Bedingungen herrschen immer dann, wenn keine VMC vorherrschen.


Flugregeln

Die Flugregeln definieren die Regeln, welche bei der Durchführung eines VFR- oder IFR-Fluges einzuhalten sind.


VFR-Flugregeln

Bei einem VFR-Flug im Luftraum D (CTR) gelten folgende Minimas:

  • Abstand von Wolken vertikal: 1000ft
  • Abstand von Wolken horizontal: 1,5km
  • Flugsicht: 5km
  • Bodensicht: 5km


IFR-Flugregeln

IFR im Luftraum D (CTR) kann immer geflogen werden.


Radarstaffelung und reduzierte Radarstaffelung

Radarstaffelung

Grundsätzlich sind IFR zu IFR und IFR zu Special-VFR immer mindestens 3nm voneinander lateral oder 1000ft vertikal zu separieren. In Düsseldorf darf diese Separation zwischen 10nm Final bis zur Schwelle bei parallel versetzen Anflügen auf 2,5nm reduziert werden.


reduzierte Radarstaffelung

Die Radarstaffelung darf unter folgenden Bedingungen reduziert werden:

  • Der Controller sorgt zwischen den Flugzeugen für einen angemessenen Abstand und kann diese ständig beobachten.
  • Jedes Flugzeug ist für die Piloten und der anderten beteiligten Flugzeuge ständig sichtbar. Die Piloten berichten, dass sie einen angemessenen Abstand selbst einhalten können oder
  • ein Flugzeug einem anderen folgt und der Pilot des nachfolgenden Flugzeug berichtet, dass er das vorausfliegende Flugzeug in Sicht hat und selbst für einen angemessenen Abstand sorgt.


Parallelanflüge

Parallel versetzter Anflug bei Radarstaffelung und VMC/IMC IFR/IFR (wetterunabhängig)

Beide Flugzeuge haben die Landefreigabe erhalten. Im Falle eines Fehlanfluges beider Piloten muss hier das folgende Luftfahrzeug (blau) ggf. nach Norden abgedreht werden.

Beispiel 1: parallel versetzter Anflug bei mindestens 2,5nm Radarstaffelung und VMC/IMC IFR/IFR


Parallel versetzter Anflug bei reduzierter Radarstaffelung (visuelle Separation) und VMC IFR/IFR (wetterabhängig)

Beide Flugzeuge haben die Landefreigabe erhalten, jedoch ist eine Bestätigung des folgenden Flugzeuges (blau) notwendig, dass das Vorausgehende (grün) in Sicht ist. Im Falle eines Fehlanfluges beider Piloten muss hier das folgende Luftfahrzeug (blau) ggf. nach Norden abgedreht werden. (Beispiel 2)

Auch bei VMC ist es jedoch nicht erlaubt, dass aus dem parallel versetzten Anflug ein paralleler Anflug wird und das folgende Flugzeug (blau) zu weit aufholt. In diesem Falle muss das folgene Flugzeug zwingend durchstarten. (Beispiel 3)

Beispiel 2: parallel versetzter Anflug bei 2nm reduzierter Radarstaffelung und VMC IFR/IFR


Beispiel 3: paralleler Anflug bei 0,3nm reduzierter Radarstaffelung (nicht versetzt!) und VMC IFR/IFR


Parallel versetzter Anflug bei visueller Separation und VMC IFR/VFR (wetterabhängig)

Beide Flugzeuge haben die Landefreigabe erhalten, jedoch ist eine Bestätigung des folgenden Flugzeuges (grün) notwendig, dass das Vorausgehende (blau) in Sicht ist. Im Falle eines Fehlanfluges beider Piloten muss hier das folgende Luftfahrzeug (grün) ggf. nach Süden abgedreht werden.

Beispiel 4: parallel versetzter Anflug bei visueller Separation und VMC IFR/VFR


Parallel versetzter Anflug bei visueller Separation und VMC VFR/VFR (wetterabhängig)

Beide Flugzeuge haben die Landefreigabe erhalten, jedoch ist eine Bestätigung des folgenden Flugzeuges (grün) notwendig, dass das Vorausgehende (blau) in Sicht ist. Im Falle eines Fehlanfluges beider Piloten muss hier das folgende Luftfahrzeug (grün) ggf. nach Süden abgedreht werden.

Beispiel 5: parallel versetzter Anflug bei visueller SSeparation und VMC VFR/VFR


Parallelabflüge

Parallel versetzter Abflug bei Radarstaffelung und VMC/IMC IFR/IFR (wetterunabhängig)

Beide Flugzeuge haben die Startfreigabe erhalten und der Abstand beträgt mindestens 3nm.

Beispiel 1: parallelel versetzter Abflug bei mindestens 3nm Radarstaffelung und VMC/IMC IFR/IFR


Parallel versetzter/paralleler Abflug bei reduzierter Radarstaffelung (visuelle Separation) und VMC IFR/IFR (wetterabhängig)

Beide Flugzeuge haben die Startfreigabe erhalten und eine Staffelung baut sich automatisch dadurch auf, dass die Flugzeuge unterschiedliche SIDs abfliegen. Wichtig ist, dass vor der Übergabe an den Approach die Radarstaffelung von mindestens 3nm gegeben sein muss. Dieses Verfahren darf nicht verwendet werden, wenn beide Flugzeuge die gleiche SID abfliegen! (Beispiel 2)

Es ist jedoch nicht erlaubt beide Flugzeuge gleichzeitig starten zu lassen, da hier nach dem Abheben keine Separation entsteht. (Beispiel 3)

Beispiel 2: parallel versetzter Abflug bei reduzierter Radarstaffelung (visuelle Separation) und VMC IFR/IFR mit Flugwegseparation


Beispiel 3: paralleler Abflug bei reduzierter Radarstaffelung (visuelle Separation) und VMC/IMC IFR/IFR nicht-versetzt


Paralleler Abflug bei visueller Separation und VMC VFR/VFR (wetterabhängig)

Beide Flugzeuge haben die Startfreigabe sowie eine Verkehrsinformation erhalten. Außerdem ergibt sich nach dem Abheben kein kreuzender Flugweg (z.B. blauer Flieger in die nördliche Platzrunde und grüner Flieger in die südliche Platzrunde). Eine Staffelung ist nicht notwendig, weil es hier zwei VFR-Flugzeuge sind.

Beispiel 4: paralleler Abflug und VMC VFR/VFR nicht-versetzt


Parallel versetzter Abflug bei visueller Separation und VMC VFR/VFR (wetterabhängig)

Beide Flugzeuge haben die Startfreigabe sowie eine Verkehrsinformation erhalten. Außerdem ergibt sich nach dem Abheben kein kreuzender Flugweg (z.B. blauer Flieger in die nördliche Platzrunde und grüner Flieger in die südliche Platzrunde). Eine Staffelung ist nicht notwendig, weil es hier zwei VFR-Flugzeuge sind.

Beispiel 5: parallel versetzter Abflug und VMC VFR/VFR



Parallelan- und abflüge

Parallel versetzter An- und Abflug bei Radarstaffelung und VMC/IMC IFR/IFR (wetterunabhängig)

Die beiden Flugzeuge haben jeweils die Start- bzw. Landefreigabe erhalten und der Abstand beträgt mindestens 3nm.

Beispiel 1: parallel versetzter An- und Abflug bei mindestens 3nm Radarstaffelung und VMC/IMC IFR/IFR


Parallel versetzter An- und Abflug bei reduzierter Radarstaffelung (visuelle Separation) und VMC IFR/IFR (wetterabhängig)

In der AIP des Flughafens Düsseldorf ist folgendes zur parallelen, unabhängigen Pistennutzung geschrieben:

Bei ausreichenden Wetterbedingungen können Starts und Landungen auf bei-den Pisten zur gleichen Zeit durchgeführt werden. Bei Bedarf erstellt ATC schnellstmöglich nach Sicht Staffelung zwischen Abflügen und Fehlanflügen.

Das heißt, dass eine unabhängige Pistennutzung (durchgehend Starts und Landungen auf beiden Pisten zur gleichen Zeit) immer dann erlaubt ist, wenn die Wetterbedingungen VMC aufweisen. Die entsprechenden Minimas sind oben in diesem Dokument aufgeführt.

Es folgt ein Beispiel zur Veranschaulichung:

Die beiden Flugzeuge haben jeweils die Start- bzw. Landefreigabe erhalten und sind visuell separiert. Das landende Flugzeug (blau) hat eine Verkehrsinformation über das startende Flugzeug (grün) bekommen. Im Falle eines Durchstartens des blauen Flugzeuges besteht jedoch keine ausreichende Staffelung mehr und es muss seitens des Towers umgehend gehandelt werden. Dieser sollte schnellstmöglich eine Staffelung nach Sicht herstellen lassen (auch ggf. mithilfe von Headings). Entsprechende Funkbeispiele sind unten unter Phrasiologie zu finden.

Beispiel 2: paralleler An- und Abflug bei reduzierter Radarstaffelung und VMC IFR/IFR


Phraseologie

Beispiele bei Parallelanflügen
Traffic information: preceeding B737 on short final runway 23L, wind 160 degrees at 14 knots, runway 23R cleared to land.
Traffic information: preceeding B737 on 2nm final runway 23L, report traffic in sight. after report: Maintain visual separation - do not overtake!, wind 160 degrees at 14 knots, runway 23R cleared to land.
Beispiele bei Parallelabflügen
Traffic information: B737 just airborne runway 23L on DODEN SID, wind 320 degrees 10 knots, runway 23R cleared for take-off, maintain visual separation!
Traffic information: C172 just airborne runway 23L for traffic pattern, wind 320 degrees 10 knots, runway 23R cleared for take-off, follow the mentioned C172.
Beispiele bei Go-arounds
DLH123 go-around, I say again go-around. Fly missed-approach procedure as published. Maintain visual separation to departing B737 on runway 23L. Contact Langen Radar on 128.55.
DLH123 go-around, I say again go-around. Turn right heading 360, climb altitude 4000ft. Maintain visual separation to departing B737 on runway 23L. Contact Langen Radar on 128.55.