Modul: Grundlagen der Meteorologie (MET01)

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Das Modul Grundlagen der Meteorologie stellt das Basiswissen der Wetterkunde vor. Ohne die Atmosphäre wäre aus aerodynamischer Sicht kein Flug möglich, jedoch birgt genau diese auch unzählige Gefahren sowohl für die allgemeine als auch für die kommerzielle Luftfahrt. Deshalb ist die Kenntnis über die Vorgänge der Atmosphäre von essenzieller Bedeutung für eine sichere Flugdurchführung.

Der Aufbau der Atmosphäre

Die Atmosphäre ist in mehrere Schichten eingeteilt. Als Grundlage für diese Kategorisierung dient die absolute Temperatur. Von Bedeutung für die zivile Luftfahrt sind im wesentlichen die Troposphäre, die sich vom Boden bis zu einer Höhe von ungefähr 11 Kilometern erstreckt, sowie die Tropopause als Grenzschicht zwischen der Troposphäre und der Stratosphäre. Bis zur Tropopause spielen sich die für uns alltäglichen Wettererscheinungen -Wolken und Niederschläge- ab, darüber hinaus nur in sehr seltenen Ausnahmefällen. Aus chemischer Sicht besteht die Luft in der Atmosphäre aus folgenden Elementen

Gas Anteil (%)
Stickstoff 78,08
Sauerstoff 20,05
Argon 0,93
sonstige Gase 0,22

Diese Zusammensetzung kann bis zu einer Höhe von 80km als nahezu konstant angenommen werden.

Temperatur

Die Einheit Grad Celsius hat sich weltweit in der Luftfahrt bewährt, sodass selbst in den USA die Einheit Fahrenheit keine Anwendung findet.
In der Troposphäre bis zu einer Höhe von 11 Kilometern nimmt die Temperatur mit steigender Höhe im idealisierten Fall konstant ab, in der darüber liegenden Stratosphäre steigt die Temperatur bis zu einer Höhe von ungefähr 50 Kilometern gar wieder an. Die Tropopause -als Grenze zwischen den beiden genannten Schichten- ist als ein Abschnitt mit gleichbleibender Temperatur (isotherm) definiert. Die Ursache für dieses Temperaturprofil liegt zum einen an der Absorption der Sonnenenergie am Boden und zum anderen an der chemischen Zusammensetzung der Atmosphäre: Ein Großteil der von der Sonne ausgestoßenen elektromagnetischen Strahlung erreicht den Boden unseres Planeten und erwärmt diesen. Der Boden wiederum emittiert folglich selbst Strahlung und erwärmt dadurch die darüber liegenden Luftschichten von unten nach oben. Analog zu einem Ofen ist die Temperatur in Bodennähe am größten und nimmt nach oben hin ab. Der erneute Anstieg der Temperatur in der Stratosphäre ist durch die Ozonschicht zu begründen. Die Ozonmoleküle nehmen ebenfalls wie der Boden die Energie der Sonne auf und geben Wärme an die Umgebung ab.

Luftdruck

Im Gegensatz zur Temperatur gibt es zur Angabe des Luftdrucks zwei Einheiten, die zur Anwendung kommen. Während die US-Amerikaner an ihren inHg, also Inches Quecksilbersäure, festhalten gibt man im überwiegenden Rest der Welt den Luftdruck in Hektopaskal (hPa) an.
In den diversen Luftschichten nimmt der Luftdruck mit der Höhe exponentiell ab. Der Grund für den exponentiellen Verlauf des Luftdrucks ist die Tatsache, dass Luft ein kompressibles Fluid ist. Das bedeutet, dass sich ein fiktives Paket Luft bei äußerer Krafteinwirkung komprimieren, also zusammendrücken lässt. Daraus resultiert, dass die unteren Luftmassen von den darüberliegenden Luftmassen komprimiert werden und die Abnahme des Luftdrucks in den niedrigen Schichten größer ist als in den oberen. Als grober Richtwert kann auf Höhe des Meeresspiegels eine Druckminderung von 1hPa pro 30 Fuß angenommen werden, in 6km Höhe bedarf eine Druckminderung um 1 hPa bereits einen Aufstieg von 50 Fuß.

Dichte

Luftfeuchtigkeit

Altimetrie

Das Teilgebiet Altimetrie (dt. Höhenmessung) befasst sich mit der in der Luftfahrt üblichen barometrischen Höhenmessung. Das generelle Funktionsprinzip des Höhenmessers wird im Kapitel xyz-tbd erläutert.

ISA-Atmosphäre

Die ISA (International Standard Atmosphere) beschreibt ein idealisiertes Modell der Atmosphäre unter Annahme von Standardbedingungen. Die grundlegenden Parameter dieser Normatmosphäre auf Meereshöhe sind eine Temperatur von 15 Grad Celsius, ein Luftdruck von 1013,25 hPa und eine Luftdichte von 1,225 Kilogramm pro Kubikmeter. Der Luftdruck und die Dichte nehmen im Modell nach oben hin exponentiell ab, für die Temperaturabnahme wird eine Abnahme von 2 Kelvin pro 1000 Fuß Höhendifferenz bis eine Temperatur von -56,5 Grad Celsius erreicht wird. Diese Temperatur entspricht in diesem Modell der Temperatur der Tropopause (isotherme Schicht). Folgende Tabelle zeigt gerundete Werte der ISA-Temperatur im Bezug auf markante Höhen in der zivilen Luftfahrt:

Höhe in ft Druck in hPa Temperatur in Grad Celsius
0 1013 15.0
5000 850 5.0
10000 700 -5.0
18000 500 -21.0
24000 400 -33.0
30000 300 -45.0
34000 250 -54.0
39000 200 -56.5

Insbesondere die Berechnung der ISA-Temperatur und der Vergleich zur aktuellen Temperatur in der entsprechenden Höhe ist für viele Flugleistungs- und Flugplanungaufgaben von großer Bedeutung, da die Tabellen in diesen beiden Gebieten auf den Bedingungen dieser ISA-Atmosphäre beruhen. Diese Differenz wird als ΔISA bezeichnet und folgendermaßen Berechnet:
ΔISA = SAT - TISA mit TISA = 15 - (Höhe in ft / 1000)*2

Um auch einen Zusammenhang zwischen einer Höhenänderung und der dementsprechenden Druckänderung herstellen zu können wurde die folgende Faustformel entwickelt, um den eigentlich exponentiellen Zusammenhang so zu vereinfachen, dass auch Rechnungen im Kopf ohne großen Aufwand möglich sind.
Bis 18000 Fuß wird angenommen: 30 Fuß Höhenänderung pro hPa
Darüber: 50 Fuß Höhenänderung pro hPa

Das Prinzip der barometrischen Höhenmessung

Grundsätzlich beruht die Höhenmessung auf folgendem Prinzip. Der Höhenmesser misst einen Druck und kann diesen der dazugehörigen Höhe in der ISA-Atmosphäre zuordnen. Die angezeigte Höhe entspricht dann der Differenz dieser ermittelten Höhe und der Höhe der Referenzdruckfläche. Die Referenzdruckfläche muss im Höhenmesser durch das Einstellen des subscale-settings ausgewählt werden. Folgendes Zahlenbeispiel soll diese Vorgehensweise besser verdeutlichen:
Höhenmesser misst 500 hPa, dies entspricht nach der ISA-Tabelle 18000 Fuß

Subscale-setting 1013 hPa: 1013 hPa entspricht nach ISA-Tabelle 0 Fuß
Anzeige: 18000 - 0 = 18000 ft

Subscale-setting 1003 hPa: 1003 hPa entspricht in der ISA-Atmosphäre 300 Fuß (Berechnung über Faustformel 30ft/hPa)
Anzeige: 18000 - 300 = 17700 ft

Subscale-setting 1033 hPa: 1033 hPa entspricht in der ISA-Atmosphäre -600 Fuß (Berechnung über Faustformel 30ft/hPa)
Anuzeige: 18000 -(-600) = 18600 ft

Referenzflächen- und drücke

Folgende Refernzdrücke werden verwendet:

Bezeichnung Anzeige Verwendung Erklärung
Standard (1013 hPa) Flight Level oberhalb der Transition Altitude Höhenmesser zeigt Höhe über der 1013 hPa Druckfläche
QNH Altitude unterhalb der Transition Altitude Höhenmesser zeigt Höhe über MSL am entsprechenden Ort
QFE Height vorwiegend Segelflug Höhehmesser zeigt Höhe über entsprechenden Flugplatz

Flight Level beziehen sich immer auf die Höhe der 1013 hPa Druckfläche. Wo sich diese befindet ist abhängig vom vorherrschenden Wetter. Ist ein Hochdrucksystem präsent, so liegt diese Fläche höher und umgekehrt. Befindet sich also ein Flugzeug auf Flugfläche 100 über dem Ozean, so ist die Höhe über Grund abhängig vom Luftdruck am Boden. An einem Tag mit Standardbedingungen (1013,25 hPa auf MSL - ISA) ist das Flugzeug tatsächlich 10000 Fuß über dem Meer. Ist der Druck am Boden höher, so fliegt das Flugzeug auf FL100 höher als 10000 Fuß über dem Grund, bei einer Tiefdrucklage tiefer als 10000 Fuß über Grund.

Ist die Rede von Altitudes, dann spricht man von einer Höhenmesseranzeige mit dem gemeldeten QNH im subscale-setting. Der QNH wird über den aktuell am Flugplatz gemessenen Luftdrucks von Meteorologen ermittelt und im METAR bekanntgegeben. Mit dem Eindrehen des QNH am Höhenmesser soll am Boden die Höhe des Platzes über Grund (Elevation) angezeigt werden, sodass folglich für die aktuellen Bedingungen am Flugplatz die Höhe über MSL angezeigt wird. Ist man an einem unkontrollierten Platz und hat keine Informationen zum aktuellen QNH kann dieser auch simpel im Flugzeug ermittelt werden: Der Pilot verändert das subscale-setting solange, bis die (bekannte) Elevation am Höhenmesser angezeigt wird. Der dann im subscale-setting gezeigte Wert entspricht dem QNH.

Eine Height entspricht der Höhe über Grund. Das dafür nötige subscale-setting QFE entspricht dem Druck am Flugplatz und kann auch analog der selbstständigen Bestimmung des QNH ermittelt werden, indem das setting so lange verändert wird, bis der Höhenmeter 0 Fuß anzeigt.

Einfluss von Temperatur und Bodenluftdruck und Beispiele

An kalten Tagen (Temperatur kälter als TISA) ist die Luftdichte größer. Daraus resultiert, dass auch die Flugflächen/Flight Levels dichter beisammen liegen. Bei Temperaturen entsprechend der ISA-Atmosphäre liegen beispielsweise zwischen FL200 und FL210 1000 Fuß, an kalten abstammt ist durch die größere Dichte dieser Abstand geringer. Wärme Temperaturen bewirken gegenteilige Effekte.
An Tagen mit hohen Luftdrücken am Boden liegen die Flugflächen/Flight Levels höher, da die 1013 hPa Druckfläche bereits eine gewisse Höhe über Grund hat. Ist der Luftdruck niedrig, so liegt die (nun fiktive) 1013 hPa Fläche unter dem Meeresspiegel. Auch die Flugflächen / Flight - Levels liegen tiefer.
Findet man Hohe Drücke und hohe Temperaturen (in Relation zu ISA) vor, so fliegt man über Grund höher als der Höhenmesser anzeigt. Findet man niedrige Drücke und niedrige Temperaturen vor, so fliegt man über Grund niedriger als der Höhenmesser anzeigt. Liegt eine Kombination vor, so entscheidet der überwiegende Effekt über den Einfluss auf die Anzeige am Höhenmesser.

Führt man beispielsweise einen Flug aus dem sonnigen und warmen Ibiza (30 Grad, QNH 1030) ins kalte Bremen (10 Grad, QNH 998) auf Flugfläche / Flight Level 330 durch so befindet man sich im Reiseflug trotz konstant angezeigter Höhe am Höhenmesser in einem leichten, kontinuierlichen Sinklfug in Relation zum Boden, und das nicht nur um ein paar wenige Fuß. FL330 über Ibiza befindet sich 35520 Fuß über MSL, über Bremen 31900 Fuß über Grund. Das Luftfahrzeug sinkt also "real" über 3000 Fuß bei konstanter Anzeige am PFD. Merkspruch: "From high to low the problems grow"

Auch bei Aspekten der Hindernissfreiheit müssen die vorgestellten Effekte beachtet werden. Jeder Airway besitzt eine MOCA (Minimum Obstacle Clearance Altitude), also eine Mindesthöhe um Hindernisse mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Abstand zu passieren. Da es sich hierbei um eine Altitude und nicht um ein Flight Level handelt, hat ein hoher/tiefer Druck keinen Effekt. Der Druckabweichung von der ISA-Atmosphäre wird durch das Eindrehen des QNH am Höhenmesser Rechnung getragen. Die Effekte eines extrem kalten Tages kommen jedoch trotzdem zum Tragen. Ein altbekannter Merkspruch besagt: "An kalten Tagen sind die Berge höher". Fliegt man an einem kalten Tag an einem bekannten Berg in der Altitude der Gipfelhöhe vorbei, so passiert man diesen unterhalb des Gipfels. Es besteht also die Gefahr, an kalten Tagen trotz Einhaltung der publizierten Mindesthöhen die vorgeschriebenen Mindesthöhen nicht einhält.

Sichtweite

Nebel (Fog)

Feuchter Dunst (Mist)

Trockener Dunst (Haze)

Wolken

Stabile Luftschicht

Low-level:
Stratus (ST)
Höhe: GND - 6500ft
Beschreibung: Kleine Wassertropfen, niedrige Wolkendecke, gelegentlich Moderate - Severe Icing
Turbulenz: Keine
Sichtweite: Mittel - Schlecht
Niederschlag: Leichter Niederschlag, Sprühregen, Schneegriesel

Stratocumulus (SC)
Höhe: GND - 6500ft
Beschreibung: Wassertropfen, Light - Moderate Icing
Turbulenz: Light - Moderate
Sichtweite: Mittel - Schlecht
Niederschlag: Leichter Niederschlag, Regen oder Schnee

Nimbostratus (NS)
Höhe: GND - 6500ft kann gelegentlich 10000 - 15000ft erreichen
Beschreibung: Wassertropfen, Eiskristalle in der oberen Schicht (wenn mit Warmfront verbunden), Moderate - Severe Icing
Turbulenz: Moderate - Severe
Sichtweite: Schlecht
Niederschlag: Anhaltender Niederschlag, Regen oder Schnee

Medium-level:
Altostratus (AS)
Höhe: 6500 - 23000ft
Beschreibung: Eiskristalle und Wassertropfen, Light - Moderate Icing
Turbulenz: Light - Moderate
Sichtweite: Mäßig
Niederschlag: Virga

Altocumulus (AC)
Höhe: 6500 - 23000ft
Beschreibung: Eiskristalle und Wassertropfen, Light - Moderate Icing
Turbulenz: Light - Moderate
Sichtweite: Mäßig
Niederschlag: Virga

High-level:
Cirrus (CI)
Höhe: 16500 - 45000ft
Beschreibung: Eiskristalle
Turbulenz: Keine
Sichtweite: Gut
Niederschlag: Keiner

Cirrostratus (CS)
Höhe: 16500 - 45000ft
Beschreibung: Eiskristalle
Turbulenz: Keine
Sichtweite: Gut
Niederschlag: Keiner

Cirrocumulus (CC)
Höhe: 16500 - 45000ft
Beschreibung: Eiskristalle
Turbulenz: Keine
Sichtweite: Mittelmäßig
Niederschlag: Keiner

Labile Luftschicht

Cumulus (CU)
Höhe: GND - 25000ft
Beschreibung: Konvektiv, Wassertropfen und Eiskristalle, Moderate - Severe Icing
Turbulenz: Moderate - Severe
Sichtweite: Schlecht
Niederschlag: Regen- oder Schneeschauer

Cumulonimbus (CB)
Höhe: GND - 45000ft
Beschreibung: Stark Konvektiv, Wassertropfen und Eiskristalle, Moderate - Severe Icing
Turbulenz: Severe
Sichtweite: Schlecht
Niederschlag: Kräftige Schauer, Regen oder Schnee, Hagel

Altocumulus Castellanus
Höhe: 6500 - 23000ft
Beschreibung: Konvektiv, Wassertropfen und Eiskristalle, indikator für Labile Luftschicht oberhalb der Wolke, kann sich in CB weiter entwickeln
Turbulenz: Moderate
Sichtweite: Schlecht
Niederschlag: Virga, Schauer

Altocumulus Lenticularis
Höhe: 6500 - 23000ft
Beschreibung: Wassertropfen und Eiskristalle, häufig durch Leewellen gebildet
Turbulenz: Moderate - Severe
Sichtweite: Mäßig
Niederschlag: Keiner

Niederschlag

Sprühregen / Drizzle (DZ)
Durchmesser: 0,2 - 0,5mm
Sichtweite: 500 - 3000m

Regen (RA)
Durchmesser: 0,5 - 5,5mm
Sichtweite: 3000 - 5500m (1000m im starken Regen)

Schnee (SN)
Durchmesser: >4mm
Sichtweite: Moderate 1000m; Heavy 50 - 200m; Fegend <2m (über dem Boden)

Schneegriesel (SG)
Durchmesser: <1mm
Sichtweite: Moderate 1000m; Heavy 50 - 200m; Fegend <2m (über dem Boden)

Eiskörner (PL)
Durchmesser: <5mm
Durchsichtig

Hagel (GR)
Durchmesser: 5 - >50mm
Gewicht: bis zu 1kg

Reifgraupel, Frostgraupel (GS)
Klein, rund, Durchmesser: nur wenige Millimeter

Intensität

Slight (-):
Regen: <0,5 mm/h
Schnee: <0,5 cm/h
Schauer: <2 mm/h

Moderate:
Regen: 0,5 - 4 mm/h
Schnee: 0,5 - 4 cm/h
Schauer: 2 - 10 mm/h

Heavy (+):
Regen: >4 mm/h
Schnee: >4 cm/h
Schauer: 10 - 50 mm/h

Wetterinformation

Das Wetter beeinflusst den Zustand des Flugzeugs nahezu jederzeit. Egal ob abgestellt am Boden, beim Rollen oder in der Luft: vielfältige Wettererscheinungen können Gefahren darstellen, aber auch von gut geschulten Piloten gewinnbringend genutzt werden. Gemäß dem Leitspruch "preparation is key" werden von den Meteorologen vielfältige Informationsquellen zur verfügung gestellt. Unabdingbar ist dabei natürlich auch das menschliche Auge, um die aktuell vorherrschenden Bedingungen auch subjektiv einschätzen zu können. Die wichtigsten bereitgestellten Dienste zur Erlangung von Wetterinformationen werden im folgenden vorgestellt.

METAR und TREND

Der METerological Aerodrome Routine Report (METAR) ist eine in der Regel alle 30 Minuten publizierte Meldung des aktuellen Wetters an einem Flughafen. In den meisten Fällen erscheint er 20 und 50 Minuten nach der vollen Stunde. Sollte sich die Wetterlage zwischen den Reports signifikant ändern, so wird ein sogenannter Special Report (SPECI) herausgegeben.

Anhand des folgenden METARs wird nun der Aufbau dieser Meldung erklärt:
SA EDDM 280550Z 04002KT 200 R26R/250N R26L/600U FG FEW007 06/05 Q1022 NOSIG

Bestandteil Kategorie
SA Produktname METAR
Meldung Erklärung
SA METAR - Meterological Aerodrome Routine Report
SP SPECI - Special Report
FC TAF (Terminal Area Forecast) 9h
FT TAF (Terminal Area Forecast) 24/30h
EDDM ICAO-Kennung München

Um die Meldung einem Flughafen zuzuordnen wird hier der vierstellige ICAO-Code genannt.
290550Z Datum und Uhrzeit 28. des Monats, 05:50 UTC

Die ersten beiden Ziffern beschreiben den Tag im laufenden Monat, die anderen vier Ziffern die Uhrzeit der Wetterbeobachtung. Das "Z" steht für Zulu und weißt auf die UTC-Zeit hin.
04002KT Bodenwind Wind aus 040 Grad mit 2 Knoten

Der Bodenwind wird üblicherweise in Knoten angegeben, in anderen Ländern werden jedoch auch Meter pro Sekunde (MPS) verwendet. Die Windrichtung ist in Relation zum geografischen Nordpol angegeben. Der angegebene Wind entspricht den Windaufzeichnungen der letzten 10 Minuten vor Herausgabe des Reports. Die verschiedenen Möglichkeiten der Bodenwind-Angabe zeigt folgende Tabelle:

Meldung Erklärung
10002KT Windrichtung 100 Grad; Windgeschwindigkeit 2 Knoten
23015G27KT Windrichtung 230 Grad; Windgeschwindigkeit 15 Knoten; Böen bis 27 Knoten
VRB06KT Windrichtung variabel; Windgeschwindigkeit 6 Knoten
10002KT010V160 Windrichtung 100 Grad; Windgeschwindigkeit 2 Knoten; Wind variiert zwischen 010 und 160 Grad; wird angegeben, wenn die Windrichtung um mehr als 60 Grad schwankt
1100 Sichtweite 1100 Meter

In dieser Gruppe wird die horizontale Sichtweite angegeben. Diese wird von einem Meteorologen selbst mit bloßem Auge festgestellt.

Meldung Erklärung
9999 Sichtweite 10 Kilometer oder mehr
6000 Sichtweite 6 Kilometer
4500SW Schlechteste Sichtweite 4500 Meter in Richtung Südwest
7000 2000N Sichtweite 7 Kilometer; schlechteste Sichtweite 2000 Meter in Richtung Nord


R26R/250N Pistensichtweite 250 Meter ohne Tendenz auf RWY 26R

Die Pistensichtweite (RVR - Runway Visual Range) wird durch Messgeräte ununterbrochen entlang den Start- und Landebahnen ermittelt. In einem METAR gemeldet wird dieser Wert jedoch erst, sobald entweder die Sichtweite oder die Pistensichtweite unter 1500 Meter fällt.

Pistensichtweite Erklärung
R28/800 Pistensichtweite RWY28 800 Meter
R28/P1500 Pistensichtweite RWY28 mehr als 1500 Meter (P = mehr als; M = weniger als)
R10/800U Pistensichtweite RWY10 800 Meter; Tendenz steigend (U = steigend; N = gleichbleibend; D = fallend)


FG Wettererscheinung Nebel

Die folgenden Tabelle zeigt die verschiedenen Abkürzung für allgemeine Wettererscheinungen. Niederschläge

Meldung Erklärung
DZ Sprühregen / drizzle
RA Regen / rain
SN Schnee / snow
PL Eiskörner / ice pellets
GS Frostgraupel / snow pellets
GR Hagel / hail
SG Schneegriesel / snow grains

Trübung

Meldung Erklärung
FG Nebel / fog (Sichtweite unter 1 Kilometer oder weniger)
BR Feuchter Dunst / mist (Sichtweiten zwischen 1 und 5 Kilometer)
HZ trockener Dunst / haze
FU Rauch / fume
SA Sand / sand
DU Staub / dust

Intensität / genauere Beschreibung

SH Schauer / shower
FZ gefrierend / freezing
TS Gewitter / thunderstorm
MI flach / shallow
BC einzelne Schwaden / patches
PR partiell / partial
BL fegend / blowing
- leichte Intensität / light (ohne +/-: mäßig / moderate)
+ schwere Intensität / heavy (ohne +/-: mäßig / moderate)
VC in der Nähe / vicinity

Die genannten Meldungen können dabei auch kombiniert werden, zum Beispiel: +TSRAGR, BCFG oder -FZRA


FEW007 Bewölkung 1-2 Achtel; Untergrenze 700ft AGL

Die Angabe der Bewölkung setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen: Bewölkungsgrad, Wolkenuntergrenze in Hundert Fuß über Grund und besondere Wolkenarten. Ist aufgrund von Nebel oder ähnlichen Sichtbehinderung keine Bestimmung der Wolken möglich wird eine Vertikalsicht angegeben. In folgender Tabelle werden Beispiele aufgezeigt:

Meldung Erklärung
FEW019 1-2 Achtel Bewölkung / few; Untergrenze 1900 Fuß AGL
SCT019 3-4 Achtel Bewölkung / scattered; Untergrenze 1900 Fuß AGL
BKN019 5-7 Achtel Bewölkung / broken; Untergrenze 1900 Fuß AGL
OVC019 8 Achtel Bewölkung / overcast; Untergrenze 1900 Fuß AGL
SCT040TCU 3-4 Achtel Bewölkung / scattered; Untergrenze 4000 Fuß AGL; Wolkentyp: Towering Cumulus
SCT040CB 3-4 Achtel Bewölkung / scattered; Untergrenze 4000 Fuß AGL; Wolkentyp: Cumulonimbus
VV003 Vertikalsicht 300 Fuß
NSC Keine signifikanten Wolken


06/05 Temperatur/Taupunkt Temperatur 6, Taupunkt 5 Grad Celsius
Q1022 QNH QNH 1022 hPa
NOSIG TREND Keine signifikante Änderung des Wetters in den nächsten 2 Stunden

Die TREND-Gruppe ist dem METAR angeschlossen und ist eine grundlegende Vorhersage für die nächsten zwei Stunden. Verwendet werden die Ausdrücke NOSIG, BECMG und TEMPO in Verbindung mit Wettererscheinungen:

Meldung Erklärung
NOSIG Keine signifikante Änderung des Wetters BECMG 22005KT Innerhalb der nächsten zwei Stunden wird eine Änderung zum Wind 22005KT erwartet
TEMPO 30015G25 Innerhalb der nächsten zwei Stunden wird vorübergehend ein Wind von 30015G25KT vorhergesagt


/ Ergänzende Informationen Beispielsweise Windshear-Warning



In besonderen Fällen taucht auch der Begriff CAVOK in METARs auf. CAVOK steht für Clouds and Visibility OK und kann unter folgenden Bedingungen die Angabe der Sichtweite, der Wettererscheinungen und der Bewölkung zusammenfassen und ersetzten. Die Bedingungen sind:

  1. Sichtweite 10 Kilometer oder mehr
  2. Keine Wolken unter 5000 Fuß oder unter der Minimum Sector Altitude
  3. Keine Cumulonimbus-Bewölkung
  4. Keine Wettererscheinungen

TAF

Die TAF (Terminal Aerodrome Forecast), ist eine Wettervorhersage für den angegebenen Flughafen. TAFs decken normalerweise einen Zeitraum von 9 bis 30 Stunden ab. 9 stunden TAFs werden alle 3 Stunden und 12 bis 24 Stunden TAFs alle 6 Stunden aktualisiert.
In der TAF wird kein QNH und normalerweise auch keine Temperatur vorhergesagt.

Anhand der folgenden TAF wird nun der Aufbau dieser Meldung erklärt:
TAF ESSA 101730Z 1018/1118 10006KT 9999 BKN018 TEMPO 1018/1021 BKN008 PROB40 1021/1112 4000 -RADZ BKN008 TEMPO 1112/1118 2000 RASN BKN005=

Bestandteil Kategorie
TAF Produktname TAF - Terminal Aerodrome Forecast
AMD Amendment Wird angezeigt falls die TAF seit der erstausfärtigung geändert wurde
ESSA ICAO-Kennung Stockholm-Arlanda
Um die Meldung einem Flughafen zuzuordnen wird hier der vierstellige ICAO-Code genannt.
101730Z Datum und Uhrzeit 10. des Monats, 17:30 UTC
Die ersten beiden Ziffern beschreiben den Tag im laufenden Monat, die anderen vier Ziffern die Uhrzeit der TAF. Das "Z" steht für Zulu und weißt auf die UTC-Zeit hin.
1018/1118 Zeitraum der TAF 10. des Monats, 18:00 UTC bis 11. des Monats, 18:00 UTC
TEMPO Vorhersage für eine Änderung des Wetters
Meldung Erklärung
TEMPO Temporary
Eine vorübergehende Änderung des Wetters innerhalb des angegebenen Zeitraums (Das Wetter wird nach der TEMPO-Gruppe wieder auf das ursprüngliche Wetter zurückgehen). Die Änderung des Wetter wird vorhergesagt nicht länger als die hälfte des angegebenen Zeitraums einzutreffen, und nicht länger als eine Stunde am Stück.
BECMG Becoming
Eine Änderung des Wetters, welches innerhalb des angegebenen Zeitraums vorhergesagt wird.
FM From
Eine From-gruppe gibt eine schnelle änderung des Wetters an.
PROB Probability
Es gibt zwei arten von PROB-gruppen, eine PROB30 und eine PROB40.
PROB30, also 30% Warscheinlichkeit, wird als eine geringe Warscheinlichkeit angesehen.
PROB40, also 40% Warscheinlichkeit, wird als eine hohe Warscheinlichkeit angesehen.
= Ende der TAF

Die restlichen Bestandteile haben die gleiche Bedeutung wie im METAR.

SNOWTAM

Die SNOWTAM enthält für den Piloten wichtige Informationen über die Kondition der Start-/Landebahnen.

Anhand des folgenden Beispiels wird nun der Aufbau der SNOWTAM erklärt:
R26L250593

Bestandteil Kategorie
R26L Piste Piste 26L
Bestandteil Erklärung
25 Piste 25
75 Bei paralellen Pisten wird "50" für die Rechte Piste addiert (in diesem fall 25R)
Kann auch als R25L geschrieben werden
88 Alle Pisten
99 Vorherige meldung wird wiederholt
Piste wegen kontamination geschlossen
Piste wird gerade geräumt
2 Typ der Kontamination Piste ist Nass
Bestandteil Erklärung
0 Keine Kontamination, Trocken
1 Feucht
2 Nass
3 Frost <1mm
4 Trockener Schnee
5 Nasser Schnee
6 Schneematsch
7 Eis
8 Kompriemierter Schnee
9 Frozen Ruts/Ridges
/ Nicht gemeldet
5 Ausstreckung 26 bis 50%
Bestandteil Erklärung
1 Bis 10%
2 11 bis 25%
5 26 bis 50%
9 51 bis 100%
/ Nicht gemeldet
05 Tiefe 5mm
Bestandteil Erklärung
00 Weniger als 1mm
01-90 Tiefe in mm
92 100mm
93 150mm
94 200mm
95 250mm
96 300mm
97 350mm
98 400mm
99 Piste geschlossen
// Nicht von bedeutung (z.B. Eis),
Nicht messbar (Wasser)
93 Braking Action (BA) BA Mittelmäßig
Bestandteil Erklärung
01-90 Friktionskoeffizient
91 BA Schlecht (1)
Friktionskoeffizient 0,25 oder niedriger
92 BA Mittelmäßig bis Schlecht (2)
Friktionskoeffizient 0,26 bis 0,29
93 BA Mittelmäßig (3)
Friktionskoeffizient 0,30 bis 0,35
94 BA Mittelmäßig bis Gut (4)
Friktionskoeffizient 0,36 bis 0,39
95 BA Gut (5)
Friktionskoeffizient 0,40 oder höher
99 Unzuverlässig (9),
Nicht messbar (Aquaplaning)

SIGMET

SWC

WC

PIREP

Ein Pilot-report (vollständig: Pilot weather report), ist eine vom Piloten beobachtete, unerwartete Wettererscheinung, welche über die Flugsicherung an den zuständigen Wetterdienst geleitet wird. Meisten wird der PIREP über Funk and die Flugsicherung übermittelt, kann allerdings auch schriftlich verfasst sein.
PIREPs sollen in einem standardisierten Format übermittelt werden, damit keine Umrechnungen nötig sind.

Folgende Bestandteile müssen im PIREP enthalten sein:

  • UA - Routine
  • UUA - Dringend
  • /OV - Ort (in Relation zu einem Navigationspunkt, Flughafen oder als Koordinaten)
  • /TM - Zeit (UTC)
  • /FL - Höhe über dem Meeresspiegel in Flight level oder Altitude (essenziell für Icing und Turbulenz)
  • /TP - Flugzeugtyp (essenziell für Icing und Turbulenz)

Mindestens einer der folgenden Beastandteile muss enthalten sein, die restlichen sind optional:

  • /SK - Bewölkung
  • /TA - Temperatur (essentziell für Icing)
  • /WV - Windvektor (mit referenz zu True North laut ICAO, und Magnetic North in den USA)
  • /TB - Turbulenz und intensität, ob es in oder in der nähe von Wolken aufgetreten ist, dauer der Turbulenz
  • /IC - Icing, intensität
  • /RM - Remarks (sonstige informationen)
  • /WX - Sichtweite und sonstige Wettererscheinungen

Ein Dringender PIREP wird vom Piloten verfasst falls eine der folgenden Wettererscheinungen observiert werden:

  • Tornado, Trichterwolke oder Wasserhose
  • Severe Turbulence
  • Severe Icing
  • Hagel
  • Windshear in Bodennähe (An- oder Abflug)

AIREP

Ein AIREP (Aircraft Report) ist eine Meldung vom aktuellen Wetter welches vom Flugzeug automatisch erfasst, und an eine Bodenstation übermittelt wird.

Fluggefahren

Gewitter

Windshear

Microburst

Macroburst

Icing