Konditioneller Lineup

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Allgemein

Befindet sich vor einem Abflug noch ein weiterer Flieger auf der Piste oder im Endanflug mit Landefreigabe, kann dem abfliegenden Verkehr angewiesen nach dem anderen Verkehr auf die Piste aufzurollen (engl. conditional lineup). Dieses Verfahren kann zum richtigen Zeitpunkt angewendet den Workload und die Frequenzbelastung deutlich reduzieren.

Wichtig ist es dabei dem Piloten immer mitzuteilen, um welchen Verkehr genau es sich handelt! Ebenso müssen gute Sichtbedingungen vorherrschen, sodass der Pilot den anderen Flieger auch sehen kann. Bei schlechteren Wetterbedingungen oder einem ungünstigen Winkel der Intersection, kann der Pilot zunächst gefragt werden, ob er den genannten Verkehr in Sicht hat.

Gedacht ist dieses Verfahren um Lücken auf der Frequenz besser zu nutzen und somit die Effizienz zu erhöhen. Zu beachten ist, dass die konditionelle Freigabe deutlich länger ist und mehr Zeit in Anspruch nimmt. Das führt je nach Verkehrssituation auch dazu, dass ein normaler lineup deutlich effizienter sein kann. Ist z.B. zu erwarten, dass bei Ende der Konversation der landende Verkehr bereits die Pistenschwelle überflogen hat oder ein anderer bereits den Startlauf begonnen hat, ist ein normaler lineup oft besser geeignet.

Bei Abflügen

Beispiel konditioneller Lineup

Bei hohem Verkehrsaufkommen kann es je nach Flughafen sehr wichtig sein, eine effiziente Staffelung der Abflüge zu erreichen und keine Zeit zu verlieren. Um dies zu ermöglichen sollten die Outbounds zügig mit dem lineup beginnen, sobald dies möglich ist. Hier kann der Lotse gut vorarbeiten und entsprechend seiner geplanten Abflugsequenz die Flieger auf die Piste führen. Dabei sind auch mehrere konditionelle Freigaben gleichzeitig möglich (siehe Abbildung und Beispiel), solang sie für den Piloten eindeutig und für den Lotsen sinnvoll sind.

Station Phraseologie
ATC DLH720, behind departing United Boeing 777, lineup runway 25C and wait behind, number 3 for departure.
Pilot Behind departing United Boeing 777, lining up runway 25C behind, number 3, DLH720.
ATC SAS638, behind next departing United Boeing 777 full length, lineup runway 25C and wait behind.
Pilot Behind departing United Boeing 777 full length, lineup runway 25C behind, SAS638.
ATC DLH8JR, behind departing company Airbus A380 via L3, lineup runway 25C and wait behind, number 4.
Pilot Behind departing company Airbus A380 out of L3, lining up runway 25C and wait behind, DLH8JR.

Wichtig ist dabei immer, dass das Wort behind sowohl am Anfang, als auch am Ende genannt, und vom Piloten zurückgelesen wird! Wenn der Pilot nicht der nächste in der Abflugsequenz ist und er eine konditionelle Freigabe bekommen hat, sollte ihm mitgeteilt werden, wann er an der Reihe ist (z.B. number 3 for departure) um Missverständnissen vorzubeugen.

Bei Anflügen

Um die Lücke zwischen zwei Anflügen für einen Abflug zu nutzen ist es wichtig, dass der Lineup möglichst zeitnah nachdem der erste landende Flieger die Pistenschwelle überflogen hat erfolgt. Dadurch kann die Startfreigabe und der Startlauf sofort erfolgen, sobald der landende Flieger die Piste verlassen hat.

Station Phraseologie
ATC DLH5KC, behind next landing British Airways A320 on 2 NM final, lineup runway 26L (and wait) behind.
Pilot Behind next landing British Airways A320, lining up runway 26L behind.