Flughafen Schwerin-Parchim SOP

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Geschichte

Militärflughafen

1934 wurden erste Flüge mit Gleitflugzeugen durchgeführt. Im Zuge der Aufrüstung der Wehrmacht wurde der Flughafen gebaut und im August 1937 eröffnet. Während des Zweiten Weltkriegs waren auf dem Flughafengelände Luftlandeeinheiten und Lastensegler stationiert. Ab Ende 1942 waren hier verschiedene Nachtjägereinheiten, hauptsächlich Teile des Nachtjagdgeschwader 5 und des Nachtjagdgeschwader 2 (ab Juli 1943) stationiert. Gegen Ende des Krieges kamen Raketenjäger Me 163 Komet, Strahljäger Me 262 und Bomber He 111 mit Gleitbomben Hs 293 hinzu. Die US-Luftwaffe zerstörte den Flugplatz im April 1945.

Vier Jahre später wurde auf dem wiederaufgebauten Flughafen das sowjetische 20. Garde-Jagdfliegerregiment stationiert, das später zum Jagdbombenfliegerregiment umgebildet und 1970 von ersten Hubschraubereinheiten abgelöst wurde. Folgend wurde der Flugplatz ab 1973 durch das 172. selbstständige Kampfhubschrauberregiment genutzt, das bis 1992 blieb. 1987 kam das 439. selbstständige Hubschrauberregiment hinzu. Zivile Nutzung

Drei Jahre nach dem Fall der Mauer, am 13. November 1992, wurden die russischen Streitkräfte offiziell vom Flugplatz verabschiedet und ab dem 1. Dezember 1992 wurde der Flugplatz privat genutzt. Dafür wurde im gleichen Jahr die FPM Flughafen Parchim Mecklenburg GmbH gegründet, unter Geschäftsbesorgung der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Parchim. Zugelassen war der Flugplatz, dessen technische Einrichtungen beim Abzug der russischen Streitkräfte demontiert worden waren, zunächst nur für die Allgemeine Luftfahrt unter Sichtflugbedingungen am Tage. Im Jahr 1994 wurden eine Anflugbefeuerung in Landerichtung 24, die Landebahnrand- und eine provisorische Rollbahnbefeuerung neu installiert. Zugleich wurde ein auf zwei Jahre befristeter, provisorischer Tower errichtet, der schließlich bis 2015 in Betrieb blieb. Im November 1994 wurde das Land Mecklenburg-Vorpommern Hauptgesellschafter des Flughafens.

Ab 1995 riss man die maroden Rollbahnen ab, die nicht breit genug und nicht tragfähig genug für moderne Verkehrsflugzeuge waren. Diverse bodengestützte Navigationsanlagen wurden errichtet.

Der zivile Flugbetrieb nach Instrumentenflugregeln wurde am 23. Mai 1996 mit einem NDB-DME Nichtpräzisionsverfahren (ungerichtetes Funkfeuer) aufgenommen, allerdings zunächst beschränkt auf Flugzeuge bis zu 5700 kg, weil es nur einen einzigen provisorischen Rollweg und ein nicht belastbares Vorfeld gab.

Trotzdem nutzte die Lufthansa den Flughafen ab dem 15. Juni 1996 regelmäßig mit einem Airbus A320 für Trainingsflüge. Die Maschinen rollten dabei zunächst nicht von der Landebahn ab. Einen Monat später trainierte eine erste Boeing 747 der Lufthansa, und bis Ende 1996 war Schwerin-Parchim bei praktisch allen deutschen Fluggesellschaften als Trainingsplatz, dank nahezu fehlenden sonstigen Verkehrs, etabliert. In Spitzenzeiten trainierten bis zu drei Fluggesellschaften pro Tag, manchmal zwei Gesellschaften gleichzeitig.

Seit 1996 ist der Flughafen von der Landesluftfahrtbehörde in die ICAO-Kategorie 4 E eingestuft. Die im Laufe des Jahres völlig neu gebauten Rollbahnen wurden am 30. Oktober 1996, zeitgleich mit einem neu installierten Instrumentenlandesystem CAT I für die Landerichtung 24, in Betrieb genommen. Ein neues Vorfeld mit vier Abstellpositionen kann seit 1997 genutzt werden; die Befeuerung wurde komplettiert.

Der erste kommerzielle Charterflug startete am 25. April 1997, als eine BAe 146 der Hamburg Airlines von Schwerin-Parchim zum Flughafen Thessaloniki flog. Allerdings hatte der Flughafen noch kein festes Terminal; die Passagiere wurden in einem Zelt abgefertigt.

Für den Flughafen gab es zwischen 1991 und 1999 für den Ausbau Investitionen in Höhe von 67,7 Mio. DM. Darin enthalten war ein Zuschuss im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur von 60,7 Mio. DM. Außerdem zahlte das Land Mecklenburg-Vorpommern aus seinem Landeshaushalt 667.000 DM an die Betreibergesellschaft FPM.

Neues Abfertigungsgebäude und touristische Flüge

Am 30. März 1998 wurde ein neues Flughafenabfertigungsgebäude eingeweiht. Am gleichen Tag flog ein Airbus A320 der Aero Lloyd nach Antalya (Türkei). Damit begann der offizielle Tourismusflugverkehr. Weitere regelmäßige Flugziele 1998 waren Monastir mit Tunisair, sowie Palma de Mallorca mit Spanair. Die Flüge wurden von Neckermann Reisen angeboten. In den folgenden Jahren war Palma aufgrund schwacher Nachfrage das einzige wöchentlich angeflogene Ziel. Die Strecke wurde samstags von Condor mit Lufthansa Airbus 319 und Besatzung im Wet-Lease, bzw. von Air Europe mit Boeing 737 bedient. Sonstige Charterflüge, vorrangig durchgeführt von Air Berlin, starteten gelegentlich zu Flugzielen im Mittelmeerraum.

Seit September 2000 wird der Flughafen auch im internationalen Luftfrachtverkehr genutzt. Angefangen wurde mit einer Serie von Flügen russischer Gesellschaften mit Iljuschin Il-76 aus Shanghai, mit Zwischenlandung in Irkutsk. Der Frachtumschlag auf LKW und die Zollkontrolle fanden dabei bis 2006 direkt an der Abstellposition der Flugzeuge auf dem Vorfeld statt.

Im März 2005 wurde der Landkreis Parchim neuer Betreiber des Flughafens und löste die vorher hier tätige britische Plane Station Group ab. Seitdem nennt sich der Flughafen Schwerin-Parchim Baltic Airport Schwerin-Parchim.

Mitte 2006 beschloss der Landrat des Landkreises Parchim auf Empfehlung seines Beirats und externer Berater, den Flughafen künftig als reinen Frachtflughafen zu betreiben. Durch die Lage des Flughafens zwischen den Metropolen Hamburg und Berlin (deren Flughäfen jeweils Nachtflugbeschränkungen unterliegen) kann der Flughafen insbesondere auch während der Nachtstunden Luftfrachtflüge abwickeln. Ende November 2006 begann die Bundeswehr, den Flughafen für Charterflüge von Hilfsgütern nach Afghanistan zu nutzen. Eine Frachtumschlaghalle mit rund 3000 m² wurde ebenfalls 2006 eröffnet und wird von der Cargologic GmbH, einer Tochterfirma der Rhenus Logistics AG betrieben.

Seit 1994 flossen bereits mehr als 36 Millionen Euro an Landesfördermitteln in den Flughafen Schwerin-Parchim. In der Saison 2005 nutzten rund 4600 Passagiere den Flughafen.

Durch die Fluggesellschaft Hamburg International wurden Charterflüge zum Goldstrand (Flughafen Warna) und Sonnenstrand (Flughafen Burgas) in Bulgarien durchgeführt, die spanische Gesellschaft Futura International Airways flog im Sommer 2005 je zweimal wöchentlich Palma de Mallorca und Warna (Bulgarien) an.

Verkauf an LinkGlobal und Insolvenz

Ab 1. Juli 2007 ging der Flugplatz für 30 Millionen Euro in den Besitz der in Peking beheimateten LinkGlobal Logistics Co. Ltd. von Jonathan Pang über. Außerdem war eine Bürgschaft von 15 Millionen Euro zur Sicherung des Flughafenbetriebs bis 2010 nachzuweisen. Die Gesellschaft führte Frachttransporte zwischen Schwerin-Parchim und Zhengzhou in China durch. Der Kreis Parchim rechnete mit zusätzlich 1000 Arbeitsplätzen durch die erhofften Investitionen. Seit Mitte 2007 wurden u. a. Frachtflüge nach China durchgeführt. Allerdings ließ LinkGlobal immer wieder Zahlungstermine verstreichen und führte erforderliche bauliche Maßnahmen nicht aus. Das Mecklenburg-Vorpommersche Innenministerium prüfte 2010 einen weitgehenden Forderungsverzicht.

Im Mai 2015 wurde der provisorische Tower durch einen 36 Meter hohen Tower ersetzt.

Im Jahr 2017 wurde der Flughafen vorrangig von großen deutschen Fluggesellschaften für Schulungsflüge genutzt (von rund 2300 Starts, nur 126 nicht im Schulungsbetrieb) und verzeichnete 54 abgefertigte Passagiere.

Im Dezember 2018 wurden 20 der verbliebenen 25 Angestellten am Flughafen entlassen. Am 2. Mai 2019 stellte die Betreibergesellschaft beim Amtsgericht Schwerin einen Insolvenzantrag.

Positionen

Bodenpositionen Schwerin-Parchim

EDOP_TWR Parchim Tower Parchim Turm 128.900

Angrenzende Stationen

EDWW_M_CTR Bremen Radar 126.175
EDWW_B_CTR Bremen Radar 123.225
EDWW_CTR Bremen Radar 125.025
EDWW_I_CTR Langen Information (FIS) 126.350

Airport Data

Airspace

  • Control zone: class “D(HX)” GND – 2000 MSL
  • Restricted Area ED-R 18A GND-11700 MSL 20NM southwest of airport
  • Restricted Area ED-R 206A (TRA) FL80-FL285 above airport

Specifications

  • Runway 06/24
  • Taxiway and layout: see chart

General traffic rules

  • ILS LOC-DME approach Runway 24
  • NDB/DME approaches available for Runway 06 and 24
  • (N)VFR and (S)VFR allowed – coordination with Bremen Radar required
  • Traffic pattern northwest and southeast of airport

ATC stations operation procedures

Tower (TWR)

  • Startup and enroute clearance
  • Pushback and taxi (airtaxi)
  • ATC service for arriving or departing IFR traffic within the control zone (departures will switch to Bremen Radar by their own – for reference see charts)
  • ATC service for all VFR traffic intending to depart from or land at EDOP

Supplemental information

  • Coordination for (S)VFR and (N)VFR with Bremen Radar is required for seperation reasons. Maximum altitude assigned is 2000 feet MSL.
  • Runway 24 should be used for IFR Arrivals up to a maximum tailwind compenent of 5 knots. If the wind exceeds the limit of 5 knots, runway 06 shall be taken as main landing and departing runway