Effizienz und Prioritäten

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Allgemein

Um einen sicheren und reibungslosen Flugbetrieb zu ermöglichen ist es wichtig effizient und sicher zu arbeiten.

Wichtig ist es dabei immer vorrausschauend zu arbeiten und nicht dem Verkehr nachzuarbeiten. Dazu gehört es u.a. auch über den eigenen Bereich hinaus zu schauen, was z.B. der Kollege auf der benachbarten Position macht.

Prioritäten

Für eine sichere und effiziente Durchführung des Flugverkehrs ist die richtige Setzung von Prioritäten unerlässlich. Dies hilft dem Lotsen sich zu fokusieren und die Kontrolle über den Flughafen zu behalten. Dabei sollte man sich an den folgenden Prioritäten orientieren:

  1. Notfall (Emegerncy) + Sicherheit
  2. Fliegender Verkehr (Landung, Abflug)
  3. Rollender Verkehr
  4. Pushbacks
  5. Startup/Enroute Freigaben


Die Prioritäten sind vorallem bei zeitkritischen Anweisungen wichtig, wo es auf wenige Sekunden ankommen kann (z.B. bei der Landefreigabe im kurzen Endanflug). Die Prioritäten helfen ebenfalls dabei die eigene Kapazität und Effizienz am Flughafen zu gewährleisten und zu volle Frequenzen zu vermeiden.

Effizienz auf der Frequenz

Der Lotse managed die Frequenz, denn nur dieser weiß, wer als nächstes welche Anweisung bekommen muss. Aus diesem Grund muss der Lotse ruhig, freundlich aber auch bestimmt auf der Frequenz auftreten!

Standard Phraseologie nutzen
Für alle Funksprüche gilt, so kurz wie nötig und so genau wie möglich. Genau dafür ist diese Phaseologie gedacht. Verzichtet auf Füllwörter und eigene Kreationen die der Pilot nicht versteht.
Klar, deutlich und langsam sprechen
Jeder Lotse und Pilot hat seine eigene Aussprache und Dialekt. Umso wichtiger ist es, dass man klar, deutlich und langsam spricht, damit die Gegenseite einen verstehen kann. Ansonsten kann dies dazu führen, dass Funksprüche mehrfach wiederholt werden müssen, bis die Gegenseite sie versteht. Dadurch wird die Frequenzbelastung deutlich erhöht und man hat weniger Zeit für andere, wichtige Anweisungen.
Standby
Die Verwendung von Standby sollte mit Bedacht geschehen, da dies oft weitere Auswirkungen mit sich bringt. Je mehr Flieger warten, desto mehr Flieger muss man letztendlich später zurück rufen während sich bei hohem Verkehrsaufkommen immer mehr Piloten bei einem melden. Somit hilft das Standby zwar zunächst, verschieb das Problem jedoch je nach Verkehrssituation nur nach hinten. Dadurch arbeitet man irgendwann der Situation nicht mehr vorraus, sondern nur noch hinterher um die Warteschlange abzuarbeiten.
Ist es Absehbar, dass der Pilot länger als 2 Minuten auf eine Rückmeldung warten muss, sollte ihm immer der Grund dafür mitgeteilt werden (z.B. pushing traffic behind) oder eine ungefähre Zeit die er warten muss (standby, call you in 5 minutes oder standby, number 5 for clearance). Dadurch wird zusätzliche Frequenzbelastung durch etwaige Nachfragen vermieden. Zudem sollte man sich notieren welche Flieger alles ein Standby bekommen haben (z.B. mit den Groundstates oder zusätzlichen Plugins), da man sie ansonsten schnell vergessen kann.
Anstelle einem Piloten ein standby zu geben und anschließend den nächsten Piloten zu rufen, kann man auch das Wort first voran stellen. Somit weiß der Pilot, dass man zunächst eine andere Anweisung/Freigabe wichtiger ist (Beispiel: "First, DLH123, wind 250 degrees, 5 knots, runway 14L cleared for take off").
Frequenz frei halten bei zeitkritischen Anweisungen
Dies erfordert oft vorrausschauendes arbeiten teils über den eigenen Zuständigkeitsbereich hinaus und geht auch in die Setzung der Prioritäten über. Wenn man sieht, dass sich bald ein Pilot bei einem melden wird, der sofort eine Anweisung bekommen soll/muss (z.B. nach dem überqueren einer Piste oder auch für den Turn aufs ILS), sollten lange Anweisungen in diesem Moment nicht gegeben werden (z.B. IFR Pickup).
Piloten direkt ansprechen
Es kann immer wieder sein, dass man einen Piloten der zu einem auf die Frequenz geschickt wird zeitnahe eine wichtige Anweisung geben muss/möchte. Je nach Frequenzbelastung kam er vielleicht noch nicht durch um sich zu melden. Hierbei kann es von Vorteil sein (sehr Situationsabhängig), wenn man davon ausgehen kann, dass sich der Pilot auf der Frequenz befindet, ihm direkt die Anweisung zu geben. Wenn er den Funkspruch hört und zurück liest, hat man Zeit gespart, ansonsten war es immerhin einen Versuch wert.
Blockierte Frequenz
Auf vollen Frequenzen kommt es öfter vor, dass sich zwei Funksprüche gleichzeitig abgesetzt werden und sich ausblocken. Kann man keinen der beiden Absender identifizieren, sollte man die Piloten mit einem "blocked" darüber informieren. Kann man einen Sender identifizieren und dieser übermittelt keine wichtigen Informationen (z.B. am Boden), kann man diesen auch direkt ansprechen. Gleiches gilt für den zweiten.
Verwendung von "break break"
Statt zwei Funksprüche mit einem break break zu trennen (was oft nicht notwendig ist), ist es für den Piloten meist einfacher wenn zwischen den Funksprüchen eine kurze Pause ist bzw. der Funkknopf kurz losgelassen wird. In einem kontinuierlichen Redefluss wie bei der Verwendung dieser Sprechgruppe, kann das eigene Callsign schnell überhört werden, da sich der Pilot zunächst nicht angesprochen fühlt.

Effizienz Ground/Tower

Verkehr am Boden in Bewegung halten
Es klingt banal, ist jedoch sehr effizient. Wenn die Flugzeuge erst einmal in Bewegung sind, sind sie schneller aus eurem Zuständigkeitsbereich als wenn sie stehen. Bei jedem Flieger der anhalten muss vergeht zusätzliche Zeit, er muss erneut angesprochen werden um das Rollen fortzusetzen und kann unter Umständen auch mal vergessen werden. Bei viel Verkehr kann es somit schnell voll auf der Frequenz werden. Stattdessen sollten, wann immer möglich, give way Anweisungen gegeben werden oder auch mal das Routing am Boden geändert werden.
Keine Meilen bei der Abflugsequenz verschwenden
Ein entscheidender Punkt wo viele wertvolle Sekunden verschwendet werden ist die Abflugsequenz. Vorallem bei viel Verkehr und engen Lücken ist es wichtig, den Verkehr so zügig wie möglich in die Luft zu bekommen. Versucht dabei so gut wie möglich an die notwendige Staffelung zu kommen um keinen zu großen Lücken zu verursachen. Wartet man z.B. nur eine Minute zu lang, hat man die Abflugkapazität des Flughafens um bis zu 50% reduziert. Um die effiziente Staffelung zu ermöglichen, ist es ggf. auch notwendig die Abflugsequenz anzupassen, sodass die Flieger nicht in der der Reihnfolge abheben, wie sie beim Tower gerufen haben. Dafür können an vielen Flughafen verschiedene Intersections genutzt werden. Lücken auf der Frequenz können für konditionelle Line-Up Freigaben genutzt werden.
Fehlanflüge vermeiden
Wenn die Gefahr besteht, dass die notwendige minimale Staffelung unterschritten wird, muss der Lotse handeln. Neben der Option des Durchstartens sollte man sich aber auch um die möglichen Alternativen Gedanken machen. So kann z.B. die Wirbelschlappenstaffelung unterschritten werden, wenn der Pilot dies akzeptiert. Auch kann bei entsprechenden Bedingungen die reduzierte Pistenstaffelung angewendet werden.
Ground Status verwenden
Um selbst den Überblick zu behalten, aber auch anderen Lotsen die Möglichkeit zu geben sich selbst schnell einen Überblick am Boden zu verschaffen, sind die Groundstates sehr hilfreich. Vorallem hohem Verkehrsaufkommen und vielen Lotsen am Platz, wenn mit verschiedenen Listen gearbeitet wird, sollten sie genutzt werden.

Effizienz Approach/Center

Timing
Vorallem in der Luft ist das Timing ein sehr wichtiger Punkt, da die Flugeuge in wenigen Sekunden bereits einige Meilen zurücklegen können. Achtet also darauf eure Anweisungen gut zu timen, denn sonst können aus den geplanten 5 NM Abstand schnell zu wenig oder zu viele werden und es wird Kapazität verschwendet.